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SchuhplattlerBereits im Jahre 1909 haben sich heimatverbundene Leute zu einer Gruppe zusammengetan, mit dem Bestreben, das Volks- und Brauchtum im Mondseeland zu pflegen und die Trachten zu erhalten.

Nachdem sich Madame Coiseau bereit erklärt hatte, die Fahnenpatenschaft zu übernehmen, nahmen die Pläne zur Gründung eines Vereins konkrete Formen an. 1933 wurde dann der Trachtenverein D’Stoawandla von Jakob Ebner, Christian Kühleitner und Johann Mayrhofer gegründet.
Es gelang ihnen eine stattliche Anzahl talentierter junger Mädchen und Burschen für den neu gegründeten Trachtenverein zu begeistern. Vor allem der Ehrgeiz, es mit den alteingesessenen Trachtenvereinen in
den Nachbargemeinden Thalgau und St. Gilgen beim Schuhplatteln und Volkstanzen aufnehmen zu können, stachelte die jungen Vereinsmitglieder zu intensiver Probenarbeit an, die bald Früchte trug.
Selbstverständlich kam dabei auch die Pflege der Kameradschaft in geselliger Runde nicht zu kurz, was umso wichtiger war, da die Menschen in dieser Zeit im Alltag wenig zu lachen hatten. Schuhplattln+1931Mit ihrer Zielsetzung, ein volkskulturelles Aushängeschild der Gemeinde St. Lorenz zu werden, haben sich die Stoawandla in dieser schwierigen Zeit bei der Bevölkerung und den Gästen große Anerkennung und viel Sympathien „erplattelt und ertanzt“.

St. Lorenz war schon immer eine Streusiedlung, ein eigentlicher Ortskern fehlt. Umso wichtiger sind für den Zusammenhalt und die Kommunikation der Menschen Vereine, mit deren Zielen sie sich identifizieren können. Die Stoawandla übten diese Funktion in den Jahren nach der Vereinsgründung vorbildlich aus. Das dörfliche Leben pulsierte, Veranstaltungen wurden organisiert und durchgeführt.

Grünungsfest 19361936 war es dann soweit: Der „harte Kern” der Trachtler organisierte ein großes Gründungsfest rund um die Fahnenweihe mit vielen Gastvereinen aus Nah und Fern.
1938/39: Die Vereinsaktivitäten geraten ins Stocken, kommen schließlich ganz zum Erliegen.
Die jungen St. Lorenzer müssen zur Wehrmacht einrücken. Der Krieg brachte auch über die Bevölkerung von St. Lorenz unsägliches Leid, vor allem über die Familien jener 58 St. Lorenzer, die ihre Heimat nie mehr wiedersahen, darunter auch mehrere Vereinsmitglieder. Die heimgekehrten St. Lorenzer, die bereits vor dem Krieg im Trachtenverein aktiv waren, beginnen trotz schwierigster Lebensbedingungen in den ersten Nachkriegsjahren unverzüglich mit dem Wiederaufbau des Vereines. Neue Mitglieder werden angeworben, die Probenarbeit wieder aufgenommen. Ein Vereinsvorstand wurde gewählt, in dem auch einige junge Burschen Verantwortung übernehmen mussten.

Damit wurde der Grundstein für eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung gelegt. Michael Aichriedler (Brunninger), Michael Aichriedler (Koloman), Jakob Ebner (Madl), Andreas Hammerl (Mesner), Josef Hammerl (Edtmoar-Peter), Johann Hemetsberger (Lettenschuster), Johann Mayrhofer (Leit´n Michi), Alois Meindl (Schmiedlechner) und Christian Kühleitner (Schneider) bemühten sich unermüdlich, dem Verein wieder jenen Stellenwert zu geben, den er bereits vor dem 2. Weltkrieg innehatte.
Eine erste große Bewährungsprobe hatte der Verein anlässlich der 1200-Jahr Feier von Mondsee 1948 zu bestehen. Die schwere und auch gefährliche Arbeit des Abbrennens der Bergfeuer auf dem Kamm der
Drachenwand und des Schobers wurde den Stoawandlan übertragen und zur großen Zufriedenheit der
Veranstalter erledigt. Die Teilnahme am Festzug dieses ersten großes Festes nach dem Krieg war ein
unvergessliches Erlebnis für alle Trachtenträger.
In dieser Zeit traten die Stoawandla dem Verband der Heimat- und Trachtenvereine mit Sitz in Bad Ischl bei. Der Obmann dieses Dachverbandes war damals Alois Strobl (Westerthaler Lois), ein Sohn des Mondseelandes, der in Bad Ischl wohnte und ein großer Freund und Förderer der Trachtler des Mondseelandes war.Trachtenfest in Steinbach 1952

Nachdem die Stoawandla beim Trachtenfest 1953 vom Wetterpech verfolgt waren, hatte der Himmel beim Verbandsfest 1968 etwas gutzumachen. Das Salzkammergut-Verbandsfest am 22. und 23. Juni 1968 fand bei herrlichem Wetter und vor beindruckender Zuschauerkulisse statt. In den 60er und 70er Jahren fand jeden Donnerstag im Sommer ein Heimatabend in Mondsee statt.

Stoawandla MusiDer Verein pflegte auch gute Auslandskontakte. Zwischen 1960 und 1970 gab es drei Besuche in Lorsch/Deutschland, Werbereisen für den Fremdenverkehrsverband nach Sylt, Hamburg, Reutlingen und Zofingen in der Schweiz. Weiters drei Reisen nach Budel Shoot in Holland.
Ein weiteres Verbandsfest konnte 1993 nach Mondsee geholt werden. Auch dieses mal war der Verein vom Wetterpech verfolgt. Trotzdem konnte man am Samstag und Sonntag eine beachtliche Anzahl an Vereinen und Musikgruppen nach Mondsee bringen um ein großes Fest feiern.

2008 war der letzte große Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Gemeinsam mit der Bürgermusikkapelle Mondsee wurde das Fest Tracht&Musik auf die Beine gestellt. 160 Jahre BMK Mondsee und 75 Jahre GTEV D‘Stoawandla konnten bei schönstem Wetter gefeiert werden. Der Erfolg dieses Festes, unter der Leitung der beiden Obmänner Thomas Kühleitner (TV) und Hannes Nussbaumer (BMK), zeigte wie hervorragend die Zusammenarbeit zwischen Tracht und Musik funktionieren kann.

Die Obmänner im Verein seit 1933 waren:
Ebner Jakob 1933 – 1936
Hammerl Andreas 1936 – 1946
Ebner Jakob 1946 – 1948
Mayrhofer Johann 1948 – 1949
Aichriedler Michael (Brunninger) 1949 – 1951
Aichriedler Michael (Kolmann) 1951 – 1959
Loindl Michael 1959 – 1978
Kerschbaumer Josef 1978 – 2003
Kühleitner Thomas 2003 – 2008
Schachl Wolfgang 2008 –
Ehrenobmänner :
Jakob Ebner (seit 1953,  † 1991)
Michael Aichriedler (seit 1959,   † 1982)
Michael Loindl (seit 1978)
Josef Kerschbaumer (seit 2003)

Ehrenmitglieder:
Matthias Hammerl (seit 2013)
Johann Reischl sen. (seit 2010 † 2015)
Christian Kühleitner (seit 1953,   † 1998)
Johann Mayrhofer (seit 1953,   † 1990)
Antonia Ebner (seit 1953,   † 2004)